In einem aktuellen Projekt entwickeln die START Zeitarbeit NRW GmbH in Kooperation mit dem Institut für betriebliche
Gesundheitsförderung BGF GmbH, der AOK Rheinland/Hamburg, dem Team Gesundheit GmbH und dem Landesinstitut für
Gesundheit und Arbeit des Landes NRW und der TU Dresden ein spezielles Trainingskonzept für Zeitarbeitnehmer, die sich
gegenwärtig in Kurzarbeit befinden. Dem voraus ging eine Befragung zu Belastungen und Beanspruchungen von jenen
Beschäftigten, die sich in Kurzarbeit befunden haben, um zielgerichtete Interventionen abzuleiten.
Die Rahmenbedingungen und das Belastungsgefüge, denen Beschäftigte in der Zeitarbeit ausgesetzt sind, unterscheiden
sich oft bedeutsam von denen der Stammbelegschaften. Da es mit keinem der bestehenden und bereits definierten Settings zur
(betrieblichen) Gesundheitsförderung übereinstimmt, muss die Zeitarbeit als eigenes Setting analysiert und
beschrieben werden.
Die START Zeitarbeit hat aufgrund ihrer besonderen Ausrichtung (Einstellung von arbeitslosen Menschen mit dem Ziel der
Vermittlung) weitere spezielle Herausforderungen, die für Ansatzpunkte und Maßnahmen der Gesundheitsförderung
berücksichtigt werden müssen. Gegenwärtig befinden sich aufgrund der Wirtschaftskrise zudem viele
Beschäftigte der START Zeitarbeit in Kurzarbeit. Diese stellt einerseits einen neuen Belastungsfaktor dar - ist aber auch
eine Chance für Fördermaßnahmen, nicht zuletzt wegen der zeitlichen Dimension und der Orientierungsfunktion.
Das von der interdisziplinären Projektgruppe entwickelte zweitägige Modul, das in regulär laufende
Qualifizierungsmaßnahmen integriert werden soll, fokussiert die Förderung von Selbstmanagement Kompetenzen und
sozialen Kompetenzen, die Stärkung der Eigeninitiative, Verbesserung der Coping Strategien sowie Verbesserung der
Selbstwirksamkeit. Das Modul wird Ende November pilothaft durchgeführt, Teilnehmer sind kurzarbeitende Zeitarbeitnehmer,
die sich am Ende einer fachlichen Qualifizierungsmaßnahme befinden.
Die Durchführung des Moduls wird vom LIGA evaluiert und entsprechend weiterentwickelt. Das Modul soll in der Zukunft
unabhängig von der Kurzarbeit (als temporäres Instrument) im Setting Zeitarbeit für unterschiedliche
Zielgruppen einsetzbar sein.